Häufig gestellte Fragen

Wirkungsindikatoren

Die dargestellten Indikatoren sind Teil der Wirkungsabschätzung einer Ökobilanz. Sie beschreiben die potenziellen Umweltwirkungen im Verlauf des Lebenswegs eines Produkts.

Als Treibhauspotenzial (Global Warming Potential – GWP) wird der potenzielle Beitrag eines klimawirksamen Spurengases (z.B. Kohlendioxid, Methan, FCKW, Distickstoffoxid) zum Treibhauseffekt, d.h. zur Erwärmung der bodennahen Luftschichten, verstanden. Vereinfacht gesagt erfasst es also diejenigen Substanzen, die zu einer Erwärmung des Klimas führen können.

Der Beitrag wird hierbei nicht als Absolutgröße, sondern relativ zu dem Treibhauspotenzial des Stoffes CO2 (Kohlendioxid), dargestellt. Der GWP-Wert von CO2 = 1 und jeder in Frage kommende Stoff wird auf diese Äquivalenzmenge (kg) CO2 umgerechnet. Dabei wird üblicherweise ein Zeithorizont von 100 Jahren betrachtet (GWP100). Das CO2-Äquivalent von Methan beträgt beispielsweise 21, das heißt dass ein Kilogramm Methan 21-mal stärker zum Treibhauseffekt beiträgt als ein Kilogramm Kohlendioxid.

Das Treibhauspotenzial von Gütern kann auch negativ sein. Das ist dann der Fall, wenn das Produkt Kohlenstoff, und damit CO2 bindet. Das trifft auf viele nachwachsende Rohstoffe (Holz, Hanf, etc.) zu. Während des Wachstums nehmen Pflanzen CO2 auf und speichern diesen in Form von Kohlenstoff(verbindungen). Sie fungieren also als „CO2-Senke“. Bis zu ihrer Verbrennung oder ihrer Verrottung bleibt dadurch das zuvor aufgenommene CO2 gespeichert und emittiert dann wieder in die Atmosphäre – und schließt damit den Kreislauf.

Die Messgröße Primärenergiebedarf erneuerbar dient als Maß für die Nutzung erneuerbarer Energien (Windkraft, Wasserkraft, Biomasse, Solarenergie, Erdwärme).

Primärenergie nicht-erneuerbar bildet die Summe der fossilen und atomaren Energieströme.

Dieser Wert beschreibt die Reduktion des globalen Bestandes an nicht erneuerbaren Rohstoffen (Metalle, Mineralien, Stein, Kies, Erde etc.). Unter nicht erneuerbar wird ein Zeitraum von mindestens 500 Jahren definiert. Der elementar abiotische Ressourcenverbrauch stellt das Potenzial für den abiotischen Abbau nicht fossiler Ressourcen dar und wird in Sb-Äquivalenten dargestellt. Sb bezeichnet dabei das Element Antimon (Stibium).

Der fossile abiotische Ressourcenverbrauch stellt das Potenzial für den abiotischen Abbau fossiler Brennstoffen dar. Die Maßeinheit von ADPF ist MJ, angegeben wird der spezifische/untere Heizwert.

Cradle-to-Gate stellt die in der Ökobilanz betrachteten Systemgrenzen dar, welche alle Aktivitäten von der Wiege (cradle) (Bsp. Rohstoffextraktion und Vorprodukte), einschließlich der Transporte für Vorprodukte und die bei der Produktion aufgewendeten Energieträger und Emissionsquellen enthält. C2G bildet somit den Produktlebenszyklus von der Wiege bis zum Werkstor ab.

Was ist ecoScale?

ecoScale ermöglicht die einfache Suche und den Vergleich von bis zu vier Ökobilanzdatensätzen für verschiedene Baustoffe und Bauprodukte. Das Online-Tool basiert auf anerkannten und verifizierten Ökobilanzdatenbanken, welche im Internet frei zugänglich sind und von verschiedenen Institutionen gepflegt werden. Einzelne Datensätze sind in ecoScale vollständig mit der Originalquelle hinterlegt und können somit von den Nutzern eingesehen werden.

Datenbanken

ecoScale beinhaltet derzeit 1.076 Datensätze der Ökobaudat Datenbank des BMUB mit Stand vom 03.09.2018. Die Ökobaudat enthält generische und produktspezifische Ökobilanzen, welche allen Akteuren eine vereinheitlichte Datenbasis für die Ökobilanzierung von Bauwerken zur Verfügung stellen soll. Die Daten sind kostenfrei zugänglich. Die Verantwortung für die Datensätze verbleibt bei den Eigentümern.

Was sagt mir der Vergleich?

Der Vergleich erfolgt auf Basis der in den Datensätzen hinterlegten funktionellen Einheiten von Ökobilanzdaten und stellt keine Bewertung dar. Prinzipiell können Umweltwirkungen von Bauprodukten nur auf Gebäudeebene miteinander verglichen werden. Der in ecoScale angestrebte Vergleich ist somit eine Visualisierung bereits veröffentlichter Datensätze und soll bei der Einschätzung von Relationen helfen.

Was heißt „beta“?

ecoScale befindet sich derzeit in der beta-Version und somit in der Testphase. Einige Daten können unvollständig oder beschädigt sein, der Funktionsumfang ist begrenzt und es wird durch die Bereitstellung durch SUSTAINUM keine Haftung übernommen.

Wer steckt hinter ecoScale?

ecoScale wird kostenlos bereitgestellt von SUSTAINUM Institut für zukunftiges Wirtschaften Berlin. Ökobilanzdatenbanken sind häufig nicht einfach zu verstehen und aufwendig in der Benutzung. Das Online-Tool soll über eine schnelle Suchfunktion und Visualisierung allen Nutzern einen einfachen Zugang zu Ökobilanzdaten ermöglichen.

Aus der Praxis für die Praxis

SUSTAINUM verfügt über langjährige Erfahrung bei der Erstellung von Produktökobilanzen, Carbon Footprints und begleitet Unternehmen bei der Gestaltung zukunftsfähiger Prozesse. ecoScale ist ein nicht-kommerzielles Angebot von SUSTAINUM und soll einen Beitrag zur Verbreitung und Anwendung von Ökobilanzdaten leisten.

Feedback und Fragen

Wir freuen uns jederzeit über Ihre Fragen, Anregungen und Kritik! Geben Sie uns gerne Feedback in unserem kurzen Online-Fragebogen 

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